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Wichterle Maschine Prototyp von Merkur

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Otto Wichterle studierte an der Chemischen Hochschule der Technischen Universität Prag. Er promovierte 1936 und blieb zunächst an der Universität, bis die Nationalsozialisten 1939 die Hochschule schlossen. Wichterle wechselte in die Forschungsabteilung der Bata-Werke in Zlín, wo er vor allem zur Verarbeitung von Polyamiden und Caprolactamen forschte. 1941 erfand er mit seinem Team eine Kunstfaser mit dem Namen Silon. Die Erfindung wurde aber zunächst geheim gehalten und gelangte erst zehn Jahre später in die industrielle Produktion. 1942 wurde Wichterle kurzzeitig von der Gestapo inhaftiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Wichterle an die Universität zurück, promovierte mit einer Arbeit zur organischen Chemie und schrieb ein grundlegendes Lehrbuch zur anorganischen Chemie. 1952 wurde er zum Dekan des neu gegründeten Instituts für chemische Technologie ernannt, von diesem Posten jedoch 1958 im Zuge einer politischen Säuberungsaktion entfernt.

Bereits ein Jahr später wählte ihn die Tschechoslowakische Akademie der Wissenschaften, der er seit 1955 angehörte, zum Vorstand eines neuen Instituts für makromolekulare Chemie. An diesem Institut setzte er seine Forschungen zur Polymerisation von Lactamen und zur Verarbeitung von hydrophilen Gelen fort. Bereits 1953 hatte er zusammen mit dem Chemiker Drahoslav Lím ein Verfahren zur Herstellung eines weichen Polymers (2-Hydroxyethylmethacrylat, kurz: HEMA) patentieren lassen.

Weil sich der Aufbau des Instituts lange hinzog, musste Wichterle einen großen Teil seiner Experimente zu Hause durchführen. Dort gelang ihm 1961 mit einer selbstgebauten Apparatur, die er aus einem MERKUR Baukasten für Kinder hergestellt hatte, die Produktion von Kontaktlinsen aus Hydrogel. Die Akademie der Wissenschaften verkaufte die Patente jedoch ohne Wichterles Wissen in die USA.

1970 wurde Wichterle auch von der Leitung dieses Instituts abgesetzt, diesmal aufgrund der Unterzeichnung des Manifest der 2000 Worte, das eine Wiederaufnahme der nach dem Prager Frühling 1968 unterdrückten Demokratisierungsbestrebungen forderte. Wichterles wissenschaftliche Arbeit wurde in der Folge auch dadurch erschwert, weil ihm Kontakte zu Kollegen, vor allem aus dem Ausland, häufig untersagt wurden. Erst im Zuge der samtenen Revolution von 1989 wurde Wichterle in vollem Umfang rehabilitiert. Von 1990 bis zur Auflösung der Tschechoslowakei amtierte er als Präsident der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften und wurde anschließend zum Ehrenpräsidenten der tschechischen Akademie ernannt.

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